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Was Kunden nach dem Notartermin von Maklern erwarten

Was Kunden nach dem Notartermin von Maklern erwarten

Was Kunden nach dem Notartermin von Maklern erwarten

in Immobilien
Lesedauer: 4 min.

Der Moment, in dem beim Notar die letzte Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt wird, hat für viele Menschen eine fast rituelle Bedeutung. Monate der Suche, der Besichtigungen, der Verhandlungen enden in einem Büro mit Parkettboden und Aktenstapeln. Was dann folgt, bestimmt maßgeblich, wie Käufer und Verkäufer den gesamten Prozess im Nachhinein bewerten. Und genau hier machen viele Makler ihren größten Fehler: Sie schalten nach dem Notartermin mental ab.

Der Irrtum vom abgeschlossenen Auftrag

Rechtlich betrachtet endet die Maklerpflicht mit dem Zustandekommen des Kaufvertrags. Praktisch betrachtet beginnt für den Kunden eine Phase voller offener Fragen. Wann kommt der Grundbuchauszug? Wann überweist die Bank die Restsumme? Was passiert, wenn beim Übergabetermin Mängel auftauchen, die vorher nicht besprochen wurden?

Laut einer Befragung des Immobilienverbands IVD aus dem Jahr 2023 gaben 61 Prozent der Immobilienkäufer an, sich in den zwei bis vier Wochen nach dem Notartermin allein gelassen gefühlt zu haben. Das ist keine Kleinigkeit. In diesem Zeitraum laufen Fristen, entstehen Kosten und treffen Entscheidungen aufeinander, bei denen Laien schlicht überfordert sind.

Was konkret erwartet wird, nicht nur gefühlt

Käufer erwarten nach dem Notartermin vor allem drei Dinge: erstens klare Kommunikation über den weiteren Ablauf, zweitens Erreichbarkeit bei konkreten Fragen und drittens Unterstützung bei der Übergabe. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Ehepaar kauft eine Bestandsimmobilie in einer mittelgroßen Stadt. Der Notar erklärt den Vertrag, alle unterschreiben, der Makler verabschiedet sich herzlich. Drei Wochen später stellt sich heraus, dass der Verkäufer das Haus nicht zum vereinbarten Datum räumen kann, weil er selbst Verzögerungen bei seinem Neubau hat. Der Makler ist kaum erreichbar. Das Ehepaar muss selbst mit dem Verkäufer verhandeln, einen Anwalt einschalten und die Bank wegen der Auszahlungsfrist vertrösten. Die Provision von knapp 20.000 Euro hat das Ehepaar bezahlt. Die Leistung dafür sieht es in diesem Moment nicht mehr.

Die Übergabe als unterschätztes Schlüsselmoment

Die Schlüsselübergabe ist kein Formalakt. Sie ist oft der erste Moment, in dem Käufer die Immobilie wirklich als ihre eigene erleben. Und sie ist gleichzeitig der häufigste Anlass für spätere Streitigkeiten. Protokolle werden nicht erstellt oder unvollständig ausgefüllt. Zählerstände fehlen. Mitgelieferte Geräte funktionieren nicht. Keller sind nicht geräumt.

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Makler, die bei der Übergabe dabei sind, ein vollständiges Übergabeprotokoll erstellen und auf offene Punkte klar hinweisen, schaffen Vertrauen. Makler, die das dem Käufer überlassen, riskieren nicht nur schlechte Bewertungen, sondern auch juristische Probleme, wenn später Streit über den Zustand der Immobilie entsteht.

Professionelle Immobilienmakler Mönchengladbach zum Beispiel begleiten die Übergabe persönlich und dokumentieren Zählerstände, Mängel und mitgelieferte Unterlagen systematisch, was Konflikten zwischen Käufer und Verkäufer nachweislich vorbeugt.

Erreichbarkeit ist keine Selbstverständlichkeit

Viele Makler sind während der Akquise und der Vermarktungsphase maximal präsent. Nach dem Notartermin kehrt oft Funkstille ein. Das liegt nicht immer an Desinteresse, sondern häufig an schlechter interner Organisation. Kein Nachbetreuungsprozess, keine klaren Zuständigkeiten, keine Checkliste für die Zeit nach dem Vertragsschluss.

Was Kunden brauchen, ist konkret:

  • Ein kurzes Informationsschreiben, das die nächsten Schritte erklärt (Grunderwerbsteuer, Grundbuchumschreibung, Übergabetermin)
  • Eine feste Ansprechperson mit direkter Durchwahl oder Mobilnummer
  • Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden, wenn Fragen gestellt werden
  • Proaktive Information, wenn sich Termine verschieben

Das sind keine außerordentlichen Leistungen. Es ist das, was in jedem anderen Dienstleistungsbereich als Standard gilt. Im Immobilienbereich aber häufig fehlt.

Verkäufer haben andere, aber ebenso konkrete Erwartungen

Käufer und Verkäufer werden in der Nachbetreuung oft gleich behandelt, obwohl ihre Situation völlig unterschiedlich ist. Verkäufer haben ihre Immobilie abgegeben, müssen aber bis zur Übergabe Verantwortung dafür tragen. Sie warten auf den vollständigen Kaufpreis, brauchen Gewissheit über die Lastenfreistellung und haben oft emotionale Ambivalenzen gegenüber dem Verkauf.

Was Verkäufer nach dem Notartermin brauchen:

  • Bestätigung, wann der Kaufpreis auf dem Konto eingeht
  • Klare Absprachen zur Räumung und Übergabe
  • Information darüber, was mit der Lastenfreistellung der Bank passiert
  • Ansprechpartner, wenn der Käufer Nachforderungen stellt

Ein Makler, der das leistet, wird weiterempfohlen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens YouGov aus dem Jahr 2022 empfehlen 74 Prozent der Immobilienkäufer und -verkäufer ihren Makler weiter, wenn sie die Nachbetreuung als gut bewerten. Bei schlechter Nachbetreuung sinkt dieser Wert auf unter 20 Prozent, selbst wenn die Vermarktungsphase als positiv erlebt wurde.

Was professionelle Nachbetreuung strukturell erfordert

Wer als Makler dauerhaft gute Bewertungen und Weiterempfehlungen will, muss die Zeit nach dem Notartermin als festen Bestandteil seiner Dienstleistung begreifen. Das erfordert keine großen Investitionen, aber klare Prozesse.

Eine einfache interne Checkliste mit Verantwortlichkeiten, einem standardisierten Übergabeprotokoll und festen Nachfasszeitpunkten (drei Tage nach Notartermin, eine Woche vor Übergabe, eine Woche nach Übergabe) reicht bereits aus, um die häufigsten Probleme zu vermeiden. Größere Büros nutzen dafür CRM-Systeme, in denen solche Prozesse automatisiert erinnert werden.

Was am Ende zählt, ist nicht der Auftritt beim Notartermin, sondern das Gefühl des Kunden vier Wochen danach. Wer das verstanden hat, arbeitet langfristig profitabler als jeder, der sich nur auf die Akquise konzentriert. Denn die günstigste neue Kundengewinnung ist immer noch die Weiterempfehlung durch jemanden, der gut behandelt wurde.

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