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Therme defekt: Diese Zeichen sollten Sie kennen

Therme defekt: Diese Zeichen sollten Sie kennen

Therme defekt: Diese Zeichen sollten Sie kennen

in Ratgeber
Lesedauer: 4 min.

Die Therme arbeitet still im Hintergrund, bis sie es plötzlich nicht mehr tut. Kein Warmwasser, kein Heizungsdruck, ein komisches Geräusch oder ein Fehlercode, den niemand auf Anhieb versteht. Viele dieser Situationen hätten sich vermeiden lassen, wenn die Warnsignale früher ernst genommen worden wären. Denn eine Therme gibt in den meisten Fällen über Wochen oder Monate hinweg klare Hinweise, bevor sie ganz aufgibt.

Ungewöhnliche Geräusche aus dem Gerät

Klopfen, Zischen, Grummeln oder ein dauerhaftes Blubbern aus dem Gehäuse sind keine normalen Betriebsgeräusche. Eine gut funktionierende Therme arbeitet relativ leise. Laute Klopfgeräusche beim Aufheizen deuten häufig auf Kalkablagerungen im Wärmetauscher hin, die den Wasserfluss behindern und das Metall ungleichmäßig erhitzen. Ab einer Wasserhärte von etwa 14 Grad dH, wie sie in vielen Regionen Österreichs und Deutschlands vorkommt, kann sich Kalk innerhalb weniger Jahre so stark ansammeln, dass der Wirkungsgrad spürbar sinkt.

Zischgeräusche wiederum können auf ein undichtes Ventil oder einen kleinen Riss im Wärmetauscher hinweisen. Gerade letzteres sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden, weil ein defekter Wärmetauscher im Gasgerät im schlimmsten Fall zu einer Kohlenmonoxidleckage führen kann.

Schwankender Wasserdruck und Druckabfall

Der Betriebsdruck einer Heizungsanlage mit Therme sollte im Normalfall zwischen 1,5 und 2,0 bar liegen. Wer regelmäßig nachfüllen muss, also etwa alle paar Wochen, hat ein Problem. Ein gelegentlicher, minimaler Druckabfall über mehrere Monate ist normal und auf Entlüftung oder geringe Verdunstung zurückzuführen. Wenn der Druck aber innerhalb weniger Tage von 1,8 auf unter 1,0 bar fällt, gibt es irgendwo ein Leck.

Das Leck muss nicht zwingend an der Therme selbst sitzen. Es kann sich auch in der Verrohrung, an einem Heizkörperventil oder am Ausdehnungsgefäß befinden. Ein defektes Membranausdehnungsgefäß ist dabei ein häufig übersehener Kandidat: Wenn die Membrane platzt, drückt das Wasser direkt gegen das Sicherheitsventil, das daraufhin regelmäßig tropft oder bläst. Dieses Tropfen am Sicherheitsventil gilt als eigenes Warnsignal und sollte inspiziert werden, bevor das Ventil dauerhaft beschädigt wird.

Fehlercodes und Störungsanzeigen am Display

Moderne Thermenmodelle von Herstellern wie Vaillant, Buderus, Junkers oder Wolf zeigen Fehlercodes direkt am Display an. Ein Fehlercode wie F.28 bei Vaillant steht beispielsweise für ein Zündproblem, F.75 signalisiert, dass kein Druckanstieg beim Pumpenstart erkannt wird. Diese Codes sind keine Selbstdiagnosen, die man ignorieren sollte. Jedes Auftreten eines solchen Codes ist ein dokumentierter Betriebsfehler.

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Wenn dasselbe Gerät dreimal innerhalb einer Woche mit demselben Code auf Störung geht und sich per Reset wieder starten lässt, ist das keine Lösung, sondern ein Aufschieben. Die Ursache besteht fort. In vielen Fällen steckt dahinter ein verschmutzter Ionisationsstab, ein defekter Drucksensor oder ein angehender Pumpenschaden.

Warmwasser kommt verzögert, zu kalt oder unregelmäßig

Eine häufige Alltagsbeschwerde lautet: „Das Warmwasser braucht ewig.“ Bei einer Kombitherme ohne Speicher ist eine kurze Anlaufverzögerung von etwa 20 bis 30 Sekunden normal. Wenn es aber dauerhaft länger als eine Minute dauert oder die Temperatur während des Duschens schwankt, obwohl niemand anderes gleichzeitig Wasser zapft, liegt ein Problem vor.

Mögliche Ursachen sind ein verschlissener Plattenwärmetauscher, ein defektes Dreiwegeventil oder ein ausgeleierter Temperatursensor (NTC-Sensor). Gerade das Dreiwegeventil, das bei Kombitherme den Kreislauf zwischen Heizung und Warmwasserbereitung umschaltet, verschleißt bei hoher Nutzung. Ein defektes Ventil führt dazu, dass der Heizkreis auch beim Warmwasserbetrieb mitbeheizt wird oder umgekehrt kein heißes Wasser aus dem Hahn kommt, obwohl die Therme läuft.

Wann ein Fachmann zwingend erforderlich ist

Es gibt Symptome, bei denen selbst eine kurze Wartezeit zu lang ist. Dazu gehören Gasgeruch im Heizraum oder in der Nähe der Therme, ein dauerhafter CO-Alarm (sofern ein Melder vorhanden ist), sichtbare Flammen außerhalb der Brennkammer und jede Form von Verbrennungsgeruch. In diesen Fällen gilt: Gerät sofort abschalten, Fenster öffnen, den Raum verlassen und den Bereitschaftsdienst anrufen.

Auch für alle Arbeiten an gasführenden Leitungen, am Brenner oder am Abgassystem gilt: Wer keine zugelassene Fachkraft ist, darf diese Arbeiten rechtlich nicht durchführen und sollte es auch praktisch nicht tun. Ein erfahrener Installateur für Gas, Wasser, Heizung kennt die häufigsten Schadensbilder aus der täglichen Praxis und kann oft schon beim ersten Blick sagen, ob sich eine Reparatur noch lohnt oder ob ein Austausch die bessere Entscheidung ist.

Als Faustregel gilt: Thermenmodelle, die älter als 15 Jahre sind, verbrauchen in der Regel deutlich mehr Gas als aktuelle Brennwertgeräte. Eine neue Brennwerttherme erreicht Jahresnutzungsgrade von über 95 Prozent, während ein altes Standardgerät oft nur auf 78 bis 82 Prozent kommt. Die Energiekostendifferenz kann bei einem typischen Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 15.000 kWh pro Jahr schnell 200 Euro oder mehr pro Jahr ausmachen.

Checkliste: Warnsignale im Überblick

  • Klopfen oder Zischen aus dem Gehäuse, besonders beim Aufheizen
  • Regelmäßiger Druckabfall unter 1,0 bar innerhalb weniger Tage
  • Tropfendes Sicherheitsventil nach dem Aufheizen
  • Wiederkehrende Fehlercodes, die sich nur durch Reset beheben lassen
  • Unregelmäßiges oder zu kaltes Warmwasser ohne offensichtlichen Grund
  • Erhöhter Gasverbrauch bei gleichbleibendem Nutzungsverhalten
  • Gasgeruch oder Verbrennungsgeruch in der Nähe des Geräts

Wer diese Liste kennt und die eigene Therme gelegentlich beobachtet, statt sie vollständig zu ignorieren, hat gute Chancen, einen Defekt rechtzeitig zu erkennen. Ein jährlicher Wartungsvertrag, wie ihn viele Installationsbetriebe anbieten, ergänzt diese Eigenbeobachtung sinnvoll: Der Fachmann prüft Brenner, Elektroden, Wärmetauscher und Sicherheitseinrichtungen in einem Rutsch und kann Verschleißteile tauschen, bevor sie zur echten Störung werden.

Die meisten Thermenausfälle im Winter sind kein Pech. Sie sind das Ergebnis aufgeschobener Wartung und ignorierter Hinweise, die das Gerät lange vorher gegeben hat.

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