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Realistische Erwartungen beim Immobilienverkauf

Realistische Erwartungen beim Immobilienverkauf

Realistische Erwartungen beim Immobilienverkauf

in Ratgeber
Lesedauer: 3 min.

Viele Eigentümer gehen mit einer klaren Zahl in den Kopf in einen Immobilienverkauf: dem Preis, den sie sich vorstellen. Oft basiert diese Zahl auf dem, was Nachbarn erzählt haben, auf Online-Portalen, die man kurz durchgescrollt hat, oder schlicht auf dem, was man selbst einmal für die Immobilie bezahlt hat. Das Ergebnis sind Verkäufe, die sich über Monate hinziehen, mehrfache Preissenkungen erfordern und am Ende trotzdem unter dem erzielbar gewesenen Preis abschließen.

Warum der emotionale Wert keine Marktgröße ist

Eigentümer kennen jede Ecke ihres Hauses. Sie wissen, wie viel Arbeit in der Renovierung des Bades steckt, welche Erinnerungen an das Grundstück hängen und was der Anbau im Jahr 2015 gekostet hat. Käufer interessiert das nicht. Sie vergleichen nüchtern: Quadratmeter, Lage, Zustand, Preis. Wer 40.000 Euro in eine Küche investiert hat, wird diese Summe selten eins zu eins im Verkaufspreis wiederfinden, weil Käufer eigene Vorstellungen von einer Küche haben.

Das ist kein Zynismus, sondern Marktlogik. Der Wert einer Immobilie ergibt sich aus dem, was ein informierter Käufer unter aktuellen Bedingungen zu zahlen bereit ist. Alles andere ist Wunschdenken.

Was der Markt tatsächlich sagt

Der deutsche Immobilienmarkt hat sich seit 2022 spürbar verändert. Nach Jahren stark steigender Preise haben steigende Zinsen die Nachfrage gedämpft. In vielen Städten und Regionen liegen die Angebotspreise auf Portalen wie Immoscout24 noch immer über den tatsächlich erzielten Kaufpreisen. Die Differenz zwischen Angebotspreis und Transaktionspreis beträgt in einigen Segmenten aktuell 5 bis 15 Prozent.

Wer also aus einem Angebotspreis auf den erzielbaren Verkaufspreis schließt, rechnet mit falschen Grundlagen. Aussagekräftiger sind Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse, die auf tatsächlichen Notarverträgen basieren. Diese werden zwar nicht immer öffentlich zugänglich gemacht, aber ein erfahrener Makler hat Zugang zu diesen Daten oder kann sie einschätzen.

Die drei häufigsten Fehler bei der Preisfindung

  • Vergleich mit dem falschen Objekt: Eine Doppelhaushälfte aus den 1980ern ist kein Vergleichsobjekt für eine kernsanierte Eigentumswohnung aus dem gleichen Stadtteil.
  • Puffer einkalkulieren: Viele Eigentümer setzen den Preis bewusst zu hoch an, um „Verhandlungsspielraum“ zu haben. Das schreckt aber viele Interessenten bereits ab, bevor sie überhaupt anfragen.
  • Markttiming ignorieren: Wer im Oktober inseriert und bis März auf ein Angebot wartet, hat einen wesentlichen Teil der aktiven Nachfragezeit verpasst.

Professionelle Bewertung als Ausgangspunkt

Eine realistische Preiserwartung beginnt mit einer fundierten Bewertung, die nicht vom Eigentümer selbst stammt. Wertgutachten durch zertifizierte Sachverständige kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro, je nach Objektgröße und Region, sind aber bei komplexen Objekten oder Erbschaftsfällen oft die sicherste Grundlage. Für einen regulären Verkauf reicht häufig eine professionelle Marktpreisanalyse durch einen Makler.

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Wer in einer Großstadt wie Köln verkauft, sollte dabei nicht pauschal auf bundesweite Durchschnittswerte schauen. Ein auf die Region spezialisierter Immobilienmakler Köln kennt die Unterschiede zwischen Stadtteilen wie Ehrenfeld, Rodenkirchen oder Mülheim aus der täglichen Arbeit und kann einschätzen, welche Objekte sich gerade gut verkaufen und welche stocken.

Eine seriöse Bewertung enthält konkrete Vergleichsobjekte, eine Einschätzung zur aktuellen Nachfragesituation und eine realistische Spanne, keinen einzigen Festpreis, der wie ein Versprechen wirkt.

Zeitplan und Aufwand realistisch einschätzen

Viele Verkäufer gehen davon aus, dass ein Objekt in vier bis sechs Wochen verkauft ist. Das kann klappen, muss es aber nicht. Laut Daten verschiedener Maklerverbände lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer in Deutschland 2023 bei rund 90 bis 120 Tagen, in einigen ländlichen Regionen deutlich länger.

Dazu kommen Zeit für Besichtigungen, Verhandlungen, Finanzierungsklärung durch den Käufer und die notarielle Abwicklung. Zwischen Kaufvertrag und Eintragung ins Grundbuch vergehen oft weitere sechs bis acht Wochen. Wer den Verkaufserlös für einen Anschlusskauf braucht, sollte diese Puffer in seiner Planung berücksichtigen.

Phase Typische Dauer
Vorbereitung und Bewertung 2 bis 4 Wochen
Vermarktung und Besichtigungen 4 bis 12 Wochen
Verhandlung und Finanzierungsprüfung 2 bis 6 Wochen
Notar bis Grundbucheintrag 6 bis 8 Wochen

Was realistische Erwartungen konkret bedeuten

Realistische Erwartungen bedeuten nicht, den Preis nach unten zu drücken oder sich mit weniger zufriedenzugeben, als das Objekt wert ist. Es geht darum, auf Basis verlässlicher Daten zu starten und nicht auf Basis von Hoffnung. Wer mit einem marktgerechten Preis beginnt, erzielt statistisch gesehen häufig einen höheren Endpreis als jemand, der hoch einsteigt und mehrfach senken muss. Jede Preissenkung im Inserat senkt die wahrgenommene Qualität des Objekts.

Konkret heißt das: Unterlagen frühzeitig zusammenstellen (Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne, Betriebskostenabrechnungen), eine neutrale Bewertung einholen, einen klaren Zeitplan festlegen und sich auf Verhandlungen vorbereiten, die auch mal unbequeme Rückmeldungen enthalten.

Der Immobilienverkauf ist kein Prozess, den man nebenher erledigt. Er erfordert Vorbereitung, Marktkenntnis und die Bereitschaft, die eigene Immobilie so zu sehen, wie ein fremder Käufer sie sieht. Wer das schafft, verkauft schneller, stressfreier und oft zu einem besseren Ergebnis.

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