Von Redaktion BDO-Online · veröffentlicht am 06.11.2026
Bremen als Wohnort: Beliebt, aber angespannt
Bremen hat knapp 570.000 Einwohner und wächst seit Jahren moderat. Der Wohnungsmarkt reagiert darauf mit steigenden Mieten, besonders in Vierteln wie Schwachhausen, der Neustadt und dem Ostertorviertel. Wer dort eine Zweizimmerwohnung sucht, zahlt aktuell zwischen 11 und 15 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. In Randlagen wie Hemelingen oder Burglesum liegt der Preis deutlich darunter, oft bei 8 bis 10 Euro. Ein Umzug innerhalb der Stadt kann sich also finanziell lohnen, wenn man bereit ist, auf ein weniger zentrales Viertel auszuweichen.
Wer aus einer anderen Stadt nach Bremen zieht, steht vor einer zusätzlichen Herausforderung: Der lokale Markt funktioniert häufig über persönliche Netzwerke und schnelle Zusagen. Wohnungen auf den großen Portalen sind oft innerhalb von Stunden vergriffen. Wer sich bewerben will, sollte eine vollständige Bewerbungsmappe vorbereiten, bevor er die erste Besichtigung vereinbart.
Was in die Bewerbungsmappe gehört
Vermieter in Bremen erwarten in der Regel eine Selbstauskunft, die letzten drei Gehaltsnachweise, eine aktuelle Schufa-Auskunft (nicht älter als drei Monate) und eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters. Wer selbstständig ist, legt die letzten zwei Steuerbescheide bei. Das klingt nach viel, lässt sich aber einmal sauber als PDF zusammenstellen und dann wiederverwenden.
Ein kurzes, persönliches Anschreiben erhöht die Chancen spürbar. Kein Roman, aber ein konkreter Satz dazu, warum man in das Viertel möchte und wie lange man plant zu bleiben, wirkt verbindlicher als ein leeres Formular.
Den Umzug realistisch planen
Viele unterschätzen den Aufwand eines Umzugs, bis sie mitten drin stecken. Wer aus einer typischen Dreiraumwohnung auszieht, hat erfahrungsgemäß zwischen 30 und 50 Umzugskartons, Möbel, Elektrogeräte und Sperrgut zu bewegen. Ein Lastwagen mit 20 Kubikmetern Laderaum reicht dafür in manchen Fällen nicht aus.
Faustregel für die Zeitplanung: Acht Wochen vor dem Umzugstag sollte die Kündigung der alten Wohnung raus sein, sechs Wochen vorher beginnt das Aussortieren und Kartonieren, vier Wochen vorher werden Handwerker, Helfer oder ein professionelles Unternehmen gebucht. Wer in Bremen an einem Wochenende im Frühjahr oder Sommer umziehen will, konkurriert mit Dutzenden anderen. Beliebte Termine sind schnell vergriffen.
Wer auf Nummer sicher gehen will und nicht auf Freunde mit einem geliehenen Transporter angewiesen sein möchte, arbeitet mit einem lokalen Umzugsunternehmen Bremen, das den Ablauf kennt, Halteverbotschilder beantragen kann und im Zweifelsfall auch beim Ein- und Auspacken hilft. Die Kosten dafür liegen für einen Drei-Zimmer-Umzug innerhalb Bremens je nach Aufwand zwischen 800 und 1.800 Euro.
Halteverbotszonen: Oft vergessen, immer wichtig
In Bremen wie in jeder anderen deutschen Großstadt braucht der Umzugswagen direkt vor der Tür ausreichend Platz. Wer das nicht organisiert, riskiert, dass der Lkw 200 Meter entfernt parken muss. Das kostet Zeit und Kraft. Eine temporäre Halteverbotszone muss beim Ordnungsamt der Stadt Bremen beantragt werden, in der Regel mindestens fünf Werktage vor dem Termin. Die Gebühr beträgt je nach Länge des gesperrten Bereichs zwischen 30 und 80 Euro.
Wichtig: Die Schilder müssen 72 Stunden vor Beginn der Sperrung aufgestellt sein, damit Falschparker rechtzeitig reagieren können. Wer das versäumt, hat keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass der Platz frei ist.
Ummeldung und Behördengänge
Wer seinen Hauptwohnsitz nach Bremen verlegt oder innerhalb der Stadt umzieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug beim zuständigen Bürgerservice ummelden. Die Ummeldung ist kostenlos. Wer die Frist versäumt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro, auch wenn es in der Praxis selten so hoch ausfällt.
Neben der Ummeldung gibt es eine Reihe weiterer Stellen, die über die neue Adresse informiert werden müssen:
- Arbeitgeber und Personalstelle
- Krankenversicherung
- Kfz-Zulassungsstelle (Fahrzeugschein und Versicherung)
- Bankverbindungen und Kreditkartenanbieter
- Abonnements, Streaming-Dienste, Onlineshops
- Finanzamt (für Steuerpflichtige mit Steuernummer)
- GEZ (Rundfunkbeitrag)
Ein Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post kostet für 6 Monate rund 29 Euro und fängt Post auf, die trotzdem noch an die alte Adresse geht. Für die ersten Wochen nach dem Umzug ist das eine sinnvolle Absicherung.
Übergabe: Weder zu entspannt noch zu nervös
Die Wohnungsübergabe ist der Moment, an dem sich entscheidet, ob man die Kaution vollständig zurückbekommt. Typische Streitpunkte sind Kratzer im Laminat, Dübellöcher, verfärbte Silikonfugen und nicht fachgerecht gestrichene Wände. In Bremen wie anderswo gilt: Schönheitsreparaturen darf der Vermieter nur verlangen, wenn die entsprechenden Klauseln im Mietvertrag wirksam formuliert sind. Starre Fristen wie „alle drei Jahre streichen“ sind seit einem BGH-Urteil aus dem Jahr 2015 unwirksam.
Wer auf Nummer sicher gehen will, fotografiert die Wohnung vor der Übergabe lückenlos und trägt jeden Mangel ins Übergabeprotokoll ein. Unterschriften beider Seiten auf dem Protokoll sind Pflicht. Ohne Protokoll hat man im Streitfall schlechte Karten.
Für die neue Wohnung gilt dasselbe in umgekehrter Richtung: Schäden, die beim Einzug bereits vorhanden sind, gehören ins Einzugsprotokoll, sonst haftet man später möglicherweise dafür.
Kurzübersicht: Zeitplan für den Bremer Umzug
| Zeitraum vor Umzug | Aufgabe |
|---|---|
| 8 Wochen | Kündigung der alten Wohnung einreichen |
| 6 Wochen | Aussortieren beginnen, Kartons besorgen |
| 4 Wochen | Umzugsunternehmen oder Helfer buchen |
| 2 Wochen | Halteverbot beantragen, Nachsendeauftrag stellen |
| 1 Woche | Strom, Gas, Internet kündigen oder ummelden |
| Nach Einzug | Ummeldung beim Bürgerservice (Frist: 2 Wochen) |
Ein Umzug in Bremen ist kein Hexenwerk, aber er verlangt Vorlauf und Aufmerksamkeit für Details. Wer die Checkliste abarbeitet, statt zu improvisieren, zieht mit deutlich weniger Stress in die neue Wohnung ein.










