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Virtuelle Kreditkarten im Unternehmen: Einsatz, Sicherheit und Einführung

Virtuelle Kreditkarten im Unternehmen: Einsatz, Sicherheit und Einführung

Virtuelle Kreditkarten im Unternehmen: Einsatz, Sicherheit und Einführung

in Ratgeber
Lesedauer: 4 min.

Eine Kreditkarte, die man nie in der Hand hält, klingt zunächst ungewohnt. Für viele Unternehmen ist sie inzwischen aber das praktischste Zahlungsmittel überhaupt. Virtuelle Karten bestehen nur aus Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer, werden digital erzeugt und lassen sich in Sekunden anlegen, begrenzen oder löschen. Gerade lokale Dienstleister, Hausverwaltungen und kleinere Betriebe mit wechselnden Ausgaben profitieren davon, weil sich Zahlungen damit gezielter steuern lassen als mit einer einzigen Plastikkarte für alles.

So funktionieren virtuelle Karten

Technisch ist eine virtuelle Karte eine vollwertige Kreditkarte oder Debitkarte eines der großen Kartennetzwerke. Sie wird vom Anbieter über eine App oder ein Webportal ausgegeben und erscheint dort mit allen Daten, die man für eine Zahlung braucht. Eingesetzt wird sie vor allem online, etwa bei Software-Abonnements, Werbeplattformen, Buchungsportalen oder Bestellungen im Großhandel. Viele virtuelle Karten lassen sich zusätzlich in eine Smartphone-Wallet laden, sodass auch kontaktloses Bezahlen im Geschäft möglich ist.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Karte liegt in der Flexibilität. Statt einer Karte mit festen Daten, die über Jahre bei Dutzenden Händlern hinterlegt ist, können Unternehmen beliebig viele Karten erzeugen, jede mit eigenem Zweck, eigenem Limit und eigener Laufzeit.

Gängige Varianten

  • Einmalkarten: Sie gelten nur für eine einzige Zahlung und werden danach automatisch ungültig. Sinnvoll bei Bestellungen bei unbekannten Händlern.
  • Dauerhafte virtuelle Karten: Sie bleiben aktiv und eignen sich für wiederkehrende Zahlungen wie Abonnements oder regelmäßige Lieferanten.
  • Mitarbeiterkarten: Einzelne Personen erhalten eine eigene virtuelle Karte für ihren Aufgabenbereich, häufig mit Monatslimit.
  • Projekt- oder Objektkarten: Eine Karte pro Projekt, Kunde oder Immobilie, um Ausgaben direkt zuordnen zu können.

Wo der Nutzen im Alltag liegt

Ein typisches Beispiel ist die Verwaltung von Software-Abonnements. In vielen Betrieben laufen Buchhaltungsprogramm, Terminverwaltung, Cloud-Speicher, Website-Hosting und Newsletter-Tool über dieselbe Karte. Wird diese Karte gesperrt, weil sie verloren gegangen ist oder die Daten bei einem Händler abhandengekommen sind, fallen schlagartig alle Abbuchungen aus. Mit einer eigenen virtuellen Karte pro Dienst betrifft ein Problem nur genau diesen einen Vertrag. Und wer ein Abo kündigen möchte, aber beim Anbieter nicht weiterkommt, kann die zugehörige Karte einfach deaktivieren.

Für Hausverwaltungen bietet sich eine Karte pro Objekt an. Kleinere Ausgaben für Ersatzteile, Reinigungsmittel oder Schlüsseldienste lassen sich so direkt der richtigen Liegenschaft zuordnen, was die Nebenkostenabrechnung und die Abstimmung mit Eigentümern erleichtert. Handwerksbetriebe nutzen ähnliche Strukturen für Baustellen oder Aufträge, Agenturen für einzelne Kundenbudgets bei Werbeplattformen.

Kontrolle über Mitarbeiterausgaben

Virtuelle Karten machen es leicht, Mitarbeitenden Zahlungsfähigkeit zu geben, ohne die Kontrolle abzugeben. Eine Auszubildende, die Büromaterial bestellt, erhält eine Karte mit niedrigem Limit. Der Außendienstmitarbeiter bekommt eine Karte für Tankstellen und Hotels. Verlässt jemand das Unternehmen, wird die Karte mit einem Klick gelöscht, ohne dass eine physische Karte zurückgegeben werden muss. Wichtig ist dabei, vorher zu klären, wer im Schadensfall haftet. Je nach Kartenmodell liegt die Haftung beim Unternehmen, beim Karteninhaber oder bei beiden.

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Sicherheit: Was virtuelle Karten besser machen und wo Grenzen liegen

Ein großer Teil des Kartenbetrugs entsteht dadurch, dass Kartendaten bei Händlern abgegriffen oder auf gefälschten Seiten eingegeben werden. Einmalkarten entziehen diesem Risiko die Grundlage, weil die Daten nach der Zahlung wertlos sind. Auch dauerhafte virtuelle Karten mit engem Limit begrenzen den möglichen Schaden. Hinzu kommt die starke Kundenauthentifizierung, die bei vielen Onlinezahlungen im Europäischen Wirtschaftsraum verpflichtend ist und meist über eine Freigabe in der App erfolgt.

Grenzen gibt es trotzdem. Manche Händler, etwa Autovermietungen oder Hotels, verlangen beim Abholen oder Einchecken die physische Karte, mit der gebucht wurde. Wer viel unterwegs ist, sollte deshalb prüfen, ob der Anbieter zusätzlich eine Plastikkarte ausgibt. Auch an einzelnen Automaten oder Terminals ohne Kontaktlosfunktion stößt eine rein digitale Karte an ihre Grenzen.

Einführung im Betrieb

Die Umstellung gelingt am besten schrittweise. Zuerst werden alle laufenden Kartenzahlungen erfasst: Welche Abonnements gibt es, welche Lieferanten werden regelmäßig per Karte bezahlt, welche Mitarbeitenden geben Geld aus? Aus dieser Liste ergibt sich, wie viele virtuelle Karten sinnvoll sind und wie sie benannt werden. Eine klare Namenskonvention, etwa nach Dienst, Projekt oder Person, verhindert später Verwirrung.

  1. Bestehende Kartenzahlungen und Abonnements vollständig auflisten.
  2. Für jeden Zweck eine eigene Karte mit passendem Limit anlegen.
  3. Bei den Händlern die neuen Kartendaten hinterlegen und die alte Karte schrittweise ablösen.
  4. Mitarbeitenden eine kurze Richtlinie geben, wofür ihre Karte gedacht ist und wie Belege eingereicht werden.
  5. Monatlich prüfen, welche Karten noch gebraucht werden, und nicht mehr genutzte löschen.

Wer verschiedene Anbieter vergleicht, sollte vor allem auf die Verwaltungsfunktionen achten: Wie schnell lassen sich Karten erzeugen, wie fein sind Limits einstellbar, und wie gut ist die Anbindung an die Buchhaltung? Ein Überblick über virtuelle Firmenkreditkarten zeigt, welche Modelle diese Funktionen bieten und wo die Unterschiede zwischen reinen Kartenplattformen und klassischen Banken liegen.

Buchhaltung nicht vergessen

Virtuelle Karten erleichtern die Zuordnung von Ausgaben, ersetzen aber nicht die Rechnung des Händlers. Für den Vorsteuerabzug und eine ordnungsgemäße Buchführung muss weiterhin zu jeder Zahlung ein Beleg vorliegen. Viele Anbieter erlauben es, Rechnungen direkt in der App an die jeweilige Transaktion anzuhängen. Wird das zur Gewohnheit, ist am Monatsende bereits der größte Teil der Arbeit erledigt, und die Zuordnung zu Projekt, Objekt oder Kostenstelle ergibt sich schon aus der verwendeten Karte.

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